Capitalist Nihilism and the Murder of Art (2020)

Co-authored with Eef Veldkamp

Tragically, the moment art was born it was murdered. The historic avant-gardes performed their jobs professionally – as midwives for stillbirth. Yet, their sublation of art in life was also suicidal, since what they understood as ‘life’ in fact was the undead labour of vitalist capital. Hence, ever since art gives the formula first and foremost for one process: capital’s latest macrocosmic restructuring, which was its burial of the bourgeoisie.

 

“In this sense, the salons of the 19th century were the last bourgeois refuge of art before it was exposed to learn from Las Vegas. The new centre around which art circulates ever since is not a centre but a constant loss of centres, or circulation itself: capital.” – from Capitalist Nihilism and the Murder of Art, Lukas Meisner

 

“The chronology of art is turned upside down, for now first an ear has to bloodily fly off before the artwork proper can exist, wonder only what one needs to cut off in order to build an oeuvre? Life itself, obviously, for only when it seizes something as an ‘oeuvre’ can come into existence; only when the body of the artist decomposes in the ground, the body of work of that body can finally be composed.” – from Life as an Artist After the Murder of Art and Some Reviving Thoughts, Eef Veldkamp

 

Aporia Publishing House, 2020

Das Buch der Wüste (2020)

Aus dem Epilog: "Ich fing an mit Träumen. Das war kein Versehen. Ich fing an mit der Losung 'für den Neid', mit der einfachen Forderung 'Luxus für alle' bei gleichzeitigem 'Recht auf Faulheit'. Das war mein Ernst. Ich wob diese Maximen gegens Maximieren ein in die Ellipse flanierender Kontemplation. Da zeigte sich zunehmend, was schon der Phantasie im Weg steht. Je verdichtender sich der Schatten erwies, der nicht nur über London, sondern über der Welt liegt, desto weniger ließ sich unvermittelt beschreiben, was zu sehen ist. [...] Im Prozess des Schreibens hat London, vor lauter Moloch ohne Raum für Distanz, vor lauter Glas ohne Zeit zur Reflexion, zunehmend zu (unakademischer) Philosophie gezwungen. [...] Zukunft als emphatische versteckt sich zuletzt in den Überresten dessen, was bleibt, wenn etwas bleibt. Das Utopische hat sich in den Ruinen verschanzen müssen, und wenn die Ruinen verfallen sind, wird Zukunft uns mit ihnen entfallen sein. Das Verfallsdatum des Futur I ist somit angebrochen, und wir Menschen sind die Verbrecher an ihm. Die einzige Möglichkeit, diese Verabsolutierung der Vorgeschichte zu vereiteln, wäre das zeitnahe globale demokratische Beginnen der Geschichte. Wenn politische Hoffnung sich wirklich aus einem verbreiterten Tiefenbewusstsein der Krise – aus Kritik – schöpft, ist das Buch der Wüste, geschrieben zur Verbreitung, gleichsam ein Buch der Zuversicht."

 

The Idiots Press, 2020

Avantgarden vom Kopf auf die Füße gestellt. Kritik an Kunst vs. Künstlerkritik (2020)

Edited by Lukas Meisner and Theresa Walter

Als Metapher der Vorhut aus dem Militär entnommen lässt sich Avant-Garde auch als „vorderste Front“ oder Vorwegnahme gesellschaftlicher Gesamttendenzen begreifen. Insofern der Lauf der Geschichte aber nicht mehr als per se dem Telos des Besseren oder gar Besten zustrebend verstanden werden kann, wird auch die umstandslos positive Bewertung künstlerischer Avantgarden fragwürdig. Mehr noch, wenn die gesellschaftliche Entwicklung seit der Moderne stark mit einer kapitalistischen Entwicklungstendenz korreliert, und wenn letztere eine solche immanenter, doch „permanenter Revolution“ ist, dann erschlösse sich, aus ver-rücktem Blickwinkel, weshalb die meisten avantgardistischen Manifeste (ob sie sich selbst so betiteln oder nicht) eine „Umwertung aller Werte“ anstrebten, seit welcher Beweglichkeit, Liquidität und Dynamik zum Lebendigen, wenn nicht zum Sein selbst erhöht worden sind. Dass „alles Ständische und Stehende verdampft“ hat Marx – gewissermaßen der Begründer der europäischen Manifestkultur – allerdings noch nicht als Endziel verkündet, sondern als Analyse kapitalistischer Verwertungsimperative verstanden, ohne welche diese nicht überwunden werden könnten.

 

Humboldt-Universität zu Berlin Press, 2020

Das schöne Gesicht (2019)

Drawings and book design by Anna Egerter; text by Lukas Meisner

Um es verständlich zu machen: wir müssen uns nur den „schönsten Mann“ anschauen in Olympia; oder die gebleichten aus dem Ei gepellten glupschäugigen Schönen des Mittelalters. Da sehen wir, durch Zeitabstand geläutert: Schönheit ist Schablone. Schönheit ist Mode – dessen Folge: Models sind schön. […] Denn Mode designt nicht nur Kleidung, sondern auch das, was „man“ ausziehen will: was uns anzieht. Und wir wollen – ob wir wollen oder nicht – wir wollen doch alle attraktiv sein, anziehen, umziehen: an den Pol der Macht – in dessen Kraft einströmen. […] Dabei wäre die mutige Frage weniger, wer noch schön sei, wenn wir nicht blind blieben, sondern, was vom Begriff (und der Wirklichkeit) der Schönheit übrigbleiben könnte, wenn die Gewalt gegen die Nonkonformisten – die „Hässlichen“ – aus ihm herausgekürzt würde. Eine Antwort wäre erst gebbar nach der Gewalt.

 

Buchkunstprojekt an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, 2019

The Essex Writers Circle: an anthology (2017)

Edited by Lukas Meisner and Thomas Bogg

The EWC began its life in blog form in late 2013. It was founded by a group of students from the University of Essex for the purpose of giving a public domain to their private writing. The space itself was freed from editorial standards and was shaped solely by the work posted to it. Over the next months the number of contributors and contributions kept growing and peaked at 20 individual voices in early 2015. During this time, the EWC also grew beyond its presence in the virtual world. For the 2014-15 season of study, weekly readings were organised around campus, where writers would stand-up and read aloud their work, and infrequent writing sessions took place with varying amounts of caffeine and alcohol. Since then, and mostly due to the graduation and departure of the original members from the University, the blog has largely become an archive for its early years, though still plays host to new writing more or less every month. We are publishing the present anthology as a celebration of the blog, its writers and what both it and they have altogether come to signify. The openness, individuality and evolution of the EWC have been factors that in one way or another encouraged those who took part in its central years to write and find through private expression a personal creativity and understanding of themselves. This is for the Circle.

 

The Idiots Press, 2017

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